Verkehr & Mobilität

Neue Umweltzone in Palma: Diese Autos dürfen ab Januar 2027 nicht mehr ins Zentrum

10. Oktober 2026

Wer mit dem Auto in die Innenstadt von Palma fahren möchte, muss sich ab dem kommenden Jahr auf strengere Regeln einstellen. Zum 1. Januar 2027 tritt die zweite Phase der Umweltzone in Mallorcas Hauptstadt in Kraft. Dann dürfen auch zahlreiche ältere Benzin- und Dieselfahrzeuge nicht mehr ohne Ausnahmegenehmigung ins Zentrum fahren. Bei Verstößen drohen Bußgelder von 200 Euro.

Die neuen Bestimmungen betreffen nicht nur Einheimische, sondern können auch für Urlauber mit Mietwagen oder eigenem Fahrzeug wichtig werden.

Welche Autos sind ab 2027 betroffen?

Die Umweltzone, auf Spanisch „Zona de Bajas Emisiones“ (ZBE), wurde bereits Ende 2024 eingeführt. Bislang sind vor allem Fahrzeuge ohne spanische Umweltplakette von den Einschränkungen betroffen.

Ab dem 1. Januar 2027 werden die Regeln deutlich verschärft. Dann dürfen grundsätzlich auch Fahrzeuge mit der gelben spanischen Umweltplakette B nicht mehr in die Umweltzone einfahren.

Betroffen sind insbesondere:

  • Benzinfahrzeuge: Pkw und leichte Transporter mit Erstzulassung zwischen Januar 2001 und August 2006.
  • Dieselfahrzeuge: Pkw und leichte Transporter mit Erstzulassung zwischen 2006 und September 2015.
  • Ältere Fahrzeuge ohne Umweltplakette: Für diese besteht bereits ein grundsätzliches Einfahrverbot.

Entscheidend ist die jeweilige spanische Umweltklassifizierung. Die genannten Erstzulassungszeiträume dienen der Orientierung.

Bis Ende 2029 dürfen regulär nur noch Fahrzeuge mit den spanischen Umweltplaketten C, ECO und 0 in die Umweltzone fahren.

Ab Januar 2030 sollen die Bestimmungen nochmals verschärft werden. Dann bleiben grundsätzlich nur noch Fahrzeuge mit ECO- oder 0-Kennzeichnung zugelassen.

Fast 170.000 Fahrzeuge in Palma betroffen

Die Verschärfung könnte erhebliche Auswirkungen auf den Straßenverkehr in Palma haben.

Nach Angaben der spanischen Verkehrsbehörde DGT waren im vergangenen Jahr in Palma 74.916 Fahrzeuge mit der Umweltplakette B registriert.

Hinzu kommen weitere 92.275 Fahrzeuge ohne Umweltkennzeichnung.

Damit fallen insgesamt 167.191 in Palma registrierte Fahrzeuge unter die ab Januar 2027 geltenden Einschränkungen.

Allerdings bedeutet das nicht, dass sämtliche Fahrzeuge dauerhaft aus der Innenstadt verschwinden müssen. Die Stadt sieht verschiedene Ausnahmeregelungen vor.

Wo liegt die Umweltzone in Palma?

Die Umweltzone umfasst weite Teile der historischen Innenstadt innerhalb des Straßenrings der Avingudes.

Dazu gehören Bereiche rund um die Altstadt, die Einkaufsstraßen und zahlreiche Sehenswürdigkeiten.

Wer beispielsweise die Kathedrale La Seu besuchen, durch die Altstadt bummeln oder in einem der zentral gelegenen Restaurants essen möchte, sollte sich vor der Anfahrt mit dem Auto über die Zufahrtsmöglichkeiten informieren.

Die Umweltzone wird durch entsprechende Verkehrsschilder gekennzeichnet.

Wichtig: Nicht jede Straße im Umfeld der Innenstadt gehört automatisch zur Umweltzone. Maßgeblich sind die offiziell festgelegten Grenzen.

Ausnahmen für Hotelgäste und Parkhäuser

Für Urlauber gibt es eine wichtige Erleichterung: Auch Fahrzeuge, die normalerweise nicht in die Umweltzone einfahren dürften, können unter bestimmten Voraussetzungen eine Ausnahme erhalten.

Das gilt beispielsweise für Gäste, die in einem Hotel innerhalb der Umweltzone übernachten.

Auch die direkte Anfahrt zu bestimmten öffentlichen Parkhäusern bleibt möglich.

Zu den genannten Parkmöglichkeiten gehören unter anderem die Parkhäuser an der Plaça Major, am Parc de la Mar, am Mercat de l’Olivar und an der Via Roma.

Weitere Ausnahmen bestehen beispielsweise für Anwohner, bestimmte Gewerbetreibende, Menschen mit eingeschränkter Mobilität sowie Fahrten zu Gesundheitseinrichtungen.

Allerdings sollten Autofahrer nicht davon ausgehen, dass jede Ausnahme automatisch gilt. Je nach Fall können eine Registrierung oder entsprechende Nachweise erforderlich sein.

Besonders wichtig: Urlauber mit deutschem Kennzeichen

Wer mit dem eigenen Auto nach Mallorca reist, muss zusätzlich eine besondere Vorschrift beachten.

Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen können grundsätzlich ebenfalls in die Umweltzone einfahren, sofern sie die vorgeschriebenen Umweltstandards erfüllen.

Allerdings müssen diese Fahrzeuge zuvor bei der Stadt Palma registriert werden.

Nach den offiziellen Informationen der Stadt muss die Anmeldung mindestens fünf Kalendertage vor der geplanten Einfahrt erfolgen.

Für die Registrierung werden unter anderem Fahrzeugpapiere, ein Identitätsnachweis und ein Nachweis über die Einreise des Fahrzeugs auf die Insel benötigt.

Die Genehmigung gilt grundsätzlich für einen Zeitraum von 30 Kalendertagen ab dem beantragten Einfahrtsdatum.

Wichtig ist außerdem, dass eine deutsche Umweltplakette allein nicht automatisch zur Einfahrt berechtigt.

Was bedeutet das für Mietwagen?

Für die meisten Urlauber mit neueren Mietwagen dürften die Änderungen zunächst keine größeren Schwierigkeiten verursachen.

Moderne Mietwagen erfüllen häufig die Voraussetzungen für eine spanische Umweltplakette C, ECO oder 0.

Dennoch empfiehlt es sich, insbesondere bei älteren oder besonders günstigen Mietfahrzeugen auf die Umweltklassifizierung zu achten.

Wer einen Mietwagen für einen Stadtbesuch in Palma nutzt, kann außerdem auf Parkmöglichkeiten außerhalb der Umweltzone ausweichen und die Innenstadt zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erkunden.

Bei Verstößen drohen 200 Euro Bußgeld

Die Einhaltung der Umweltzonen-Regeln wird kontrolliert.

Wer ohne entsprechende Berechtigung in die Umweltzone einfährt, muss mit einem Bußgeld von 200 Euro rechnen.

Die Regelungen gelten unabhängig davon, ob ein Fahrzeug auf Mallorca zugelassen ist oder aus einer anderen Region beziehungsweise aus dem Ausland stammt.

Gerade Urlauber sollten deshalb auf die Beschilderung achten und sich nicht ausschließlich auf die Navigation ihres Smartphones verlassen.

Palma setzt langfristig auf weniger Emissionen

Mit der schrittweisen Verschärfung der Umweltzone möchte Palma die Luftqualität verbessern und die Belastung durch den Straßenverkehr reduzieren.

Die Stadt verfolgt dabei einen mehrjährigen Zeitplan. Nach der ersten Phase ab Ende 2024 folgt Anfang 2027 die nächste Verschärfung. Für 2030 sind weitere Einschränkungen vorgesehen.

Für Mallorca-Urlauber bedeutet das vor allem eines: Wer künftig mit dem Auto in Palmas Innenstadt fahren möchte, sollte sich vorab informieren.

Besonders bei älteren Fahrzeugen oder Autos mit deutschem Kennzeichen kann eine frühzeitige Prüfung unangenehme Überraschungen und teure Bußgelder verhindern.