Mallorca leert sich nach dem Sommer längst nicht mehr so stark wie früher. Neue Auswertungen des balearischen Statistikamtes IBESTAT zeigen eindrucksvoll, wie stark sich die Zahl der gleichzeitig auf der Insel anwesenden Menschen in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat.
Im Jahr 2025 hielten sich an 280 aufeinanderfolgenden Tagen mehr als eine Million Menschen auf Mallorca auf. Dieser Zeitraum begann bereits am 12. Februar und endete erst am 18. November.
Vor knapp 30 Jahren sah das noch völlig anders aus.
1997 wurde die Millionengrenze nur zwei Wochen überschritten
1997 waren mehr als eine Million Menschen lediglich an 14 Tagen gleichzeitig auf Mallorca. Sämtliche dieser Tage lagen zwischen dem 2. und 15. August und damit mitten in der touristischen Hochsaison.
Danach hat sich der Zeitraum kontinuierlich ausgeweitet.
2005 lag Mallorca bereits an 146 Tagen über der Millionengrenze. Zehn Jahre später waren es 212 Tage. 2025 wurde schließlich mit 280 aufeinanderfolgenden Tagen ein völlig anderes Niveau erreicht.
Eine Zahl, die früher praktisch ausschließlich für den Hochsommer stand, gehört heute während eines Großteils des Jahres zum Alltag auf Mallorca.
Sogar 1,2 Millionen Menschen an 200 Tagen
Noch deutlicher wird die Entwicklung bei einer höheren Schwelle.
1997 wurde die Marke von 1,2 Millionen gleichzeitig anwesenden Menschen auf Mallorca überhaupt nicht erreicht. 2005 waren es bereits 17 Tage und 2015 insgesamt 124 Tage.
2025 lag die Insel dagegen an 200 aufeinanderfolgenden Tagen über 1,2 Millionen Menschen.
Dieser Zeitraum reichte vom 10. April bis zum 26. Oktober – also vom Frühjahr über den gesamten Sommer bis weit in den Herbst hinein.
Was zählt der „Indicador de Presión Humana“?
Entscheidend ist dabei, dass diese Zahlen nicht einfach die Einwohnerzahl Mallorcas darstellen.
IBESTAT verwendet den sogenannten „Indicador de Presión Humana“, kurz IPH. Dieser Indikator soll abschätzen, wie viele Menschen sich tatsächlich gleichzeitig auf einer Insel befinden.
Neben der Wohnbevölkerung wird deshalb auch die saisonal anwesende Bevölkerung berücksichtigt. In die Berechnung fließen unter anderem die Passagierbewegungen über die Flughäfen und Häfen ein.
Für eine stark vom Tourismus geprägte Insel wie Mallorca liefert der IPH deshalb ein deutlich anderes Bild als die reine Einwohnerstatistik.
Selbst die ruhigsten Tage sind heute deutlich voller
Besonders interessant ist ein Blick auf die vermeintlich ruhige Jahreszeit.
Die 30 Tage mit der geringsten menschlichen Belastung des Jahres 2025 kamen auf durchschnittlich rund 961.000 Menschen.
Das waren etwa 360.000 Menschen mehr als an den 30 ruhigsten Tagen des Jahres 1997.
Anders ausgedrückt: Selbst an den ruhigsten Tagen des Jahres 2025 befanden sich auf Mallorca ungefähr so viele Menschen wie während der Hochsaison Ende der 1990er-Jahre.
Die Nebensaison verschwindet trotzdem nicht
Die Zahlen bedeuten allerdings nicht, dass Mallorca keine Hoch- und Nebensaison mehr kennt.
Zwischen dem ruhigsten und dem am stärksten ausgelasteten Zeitpunkt des Jahres 2025 lagen weiterhin mehr als eine halbe Million Menschen. Im Sommer ist die Insel also nach wie vor erheblich voller als im Winter.
Verändert hat sich vielmehr das Ausgangsniveau: Mallorca startet heute auch außerhalb der klassischen Urlaubssaison mit einer deutlich höheren Zahl anwesender Menschen.
Trend setzt sich 2026 bislang fort
Auch die ersten vorläufigen Daten für 2026 zeigen bislang keine deutliche Trendwende.
Bis einschließlich Juni lag die durchschnittlich auf Mallorca anwesende Bevölkerung leicht über dem entsprechenden Zeitraum des Vorjahres. Die Schwelle von 1,2 Millionen Menschen wurde 2026 bereits Anfang April wieder überschritten.
Für eine endgültige Bewertung des laufenden Jahres müssen allerdings die vollständigen und später konsolidierten IBESTAT-Daten abgewartet werden.
Die langfristige Entwicklung ist dennoch bemerkenswert: Aus wenigen besonders vollen Augustwochen ist auf Mallorca inzwischen eine hohe Auslastung geworden, die sich über weite Teile des Jahres erstreckt.
