Die geplante Begrenzung von Fahrzeugen auf Mallorca sorgt weiter für Diskussionen. Der balearische Mietwagenverband Baleval fordert, die vorgesehenen Beschränkungen nicht bereits zur Urlaubssaison 2027 anzuwenden. Stattdessen soll das kommende Jahr zunächst dazu genutzt werden, verlässliche Daten über Verkehrsströme und den tatsächlichen Anteil von Mietwagen am Verkehrsaufkommen zu sammeln.
Damit würden die eigentlichen Beschränkungen nach den Vorstellungen des Verbandes frühestens 2028 greifen.
Verband reicht 22 Einwände ein
Baleval, der Mietwagen- und VTC-Unternehmen vertritt, hat nach Angaben der mallorquinischen Zeitung Última Hora insgesamt 22 Einwände und Änderungsvorschläge zu dem Gesetzesvorhaben eingereicht.
Einer der zentralen Punkte: Während des ersten Jahres sollen noch keine verbindlichen Obergrenzen für Mietwagen gelten. Die geplanten Überwachungssysteme könnten zunächst Daten darüber liefern, wie viele Fahrzeuge tatsächlich unterwegs sind und welchen Anteil Mietwagen an der Verkehrsbelastung haben.
Der Consell de Mallorca plant bislang, die Regelung bereits zur kommenden Saison anzuwenden. Die konkrete Höchstzahl der Fahrzeuge soll noch festgelegt werden. (Ultima Hora)
Mallorca will Zahl der Fahrzeuge begrenzen
Das geplante Gesetz soll es Mallorca ermöglichen, eine maximale Zahl von Fahrzeugen festzulegen, die auf die Insel kommen dürfen. Zusätzlich soll eine eigene Obergrenze für Mietwagen geschaffen werden.
Der Consell de Mallorca hatte die Gesetzesinitiative bereits im Juni mit 28 Stimmen bei fünf Enthaltungen beschlossen. Anschließend wurde sie zur endgültigen Behandlung an das Parlament der Balearen weitergeleitet. Die balearische Regierung hatte der parlamentarischen Weiterbehandlung ebenfalls zugestimmt. (bca)
Mietwagenbranche warnt vor höheren Preisen
Baleval stellt nicht nur den Zeitpunkt der Einführung infrage. Der Verband äußert auch rechtliche Bedenken und fordert zusätzliche Prüfungen.
Unter anderem soll nach dem Willen des Verbandes die spanische Wettbewerbsbehörde CNMC die Regelungen bewerten. Baleval warnt davor, dass eine Begrenzung des Angebots Auswirkungen auf Preise, Verfügbarkeit und Wettbewerb im Mietwagengeschäft haben könnte. (Majorca Daily Bulletin)
Für Mallorca-Urlauber wäre dies besonders relevant: Sollte die Zahl der verfügbaren Mietwagen tatsächlich begrenzt werden, könnte sich insbesondere während der Hauptsaison die Verfügbarkeit verändern.
Ob und in welchem Umfang dies tatsächlich geschieht, hängt allerdings von der endgültigen Ausgestaltung der Regelung und den später festgelegten Obergrenzen ab.
Warnung vor einem „Schwarzmarkt“ für Kontingente
Ein weiterer Punkt betrifft die Verteilung möglicher Mietwagenkontingente. Baleval fordert Mechanismen, die verhindern sollen, dass zwischen Unternehmen ein inoffizieller Handel mit solchen Kontingenten entsteht.
Als Argument führt der Verband Erfahrungen von Ibiza an. Dort seien bei der Einführung entsprechender Regelungen deutlich mehr Anbieter sichtbar geworden als zuvor angenommen. Baleval sieht darin einen Grund, zunächst zuverlässigere Daten über den tatsächlichen Markt auf Mallorca zu sammeln. (Ultima Hora)
Mehr Vorlaufzeit gefordert
Auch bei den Fristen verlangt die Mietwagenbranche Änderungen. Nach dem derzeitigen Entwurf müsste die konkrete Regelung mindestens drei Monate vor ihrem Inkrafttreten im Amtsblatt der Balearen veröffentlicht werden.
Baleval fordert stattdessen eine Vorlaufzeit von neun Monaten. Unternehmen und Reisende hätten damit erheblich mehr Planungssicherheit. (Majorca Daily Bulletin)
Öffentlicher Nahverkehr soll berücksichtigt werden
Der Verband verlangt außerdem, mögliche Fahrzeugbeschränkungen mit der Leistungsfähigkeit des öffentlichen Nahverkehrs zu verknüpfen. Bevor der Individualverkehr eingeschränkt werde, müsse geprüft werden, welche Alternativen Busse und Bahnen tatsächlich bieten können.
Baleval weist zugleich die Darstellung zurück, Mietwagen seien maßgeblich für die überlasteten Straßen Mallorcas verantwortlich. Dabei handelt es sich um die Position des Verbandes; die geplante Regulierung wird vom Consell de Mallorca gerade mit der Verkehrsbelastung und der starken Fahrzeugnachfrage auf der Insel begründet. (Majorca Daily Bulletin)
Entscheidung über Starttermin noch offen
Für Mallorca-Urlauber bedeutet die aktuelle Auseinandersetzung zunächst noch keine Änderung für die Saison 2027. Die Forderung nach einem Aufschub bis 2028 stammt von Baleval und ist bislang nicht beschlossen.
Nach dem bisherigen politischen Zeitplan sollen die gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen und anschließend die konkrete Obergrenze für Fahrzeuge und Mietwagen festgelegt werden.
Erst dann wird klar sein, wie viele Fahrzeuge künftig auf Mallorca zugelassen werden, welche Ausnahmen gelten und welche konkreten Auswirkungen die Regelung für Urlauber mit Mietwagen oder eigenem Auto haben wird.
