Im Süden Mallorcas sollen mehrere Millionen Euro in eine bessere Wasserversorgung und den Schutz vor Starkregen fließen. Der Govern der Balearen hat am Donnerstag, 17. September 2026, ein Investitionspaket über insgesamt rund 5,9 Millionen Euro für fünf Gemeinden im Migjorn vorgestellt.
Von den Maßnahmen profitieren Campos, Felanitx, Llucmajor, Ses Salines und Santanyí – und damit eine Region mit zahlreichen bei Urlaubern beliebten Orten und Küstenabschnitten.
Finanziert werden die Projekte aus Einnahmen der balearischen Touristensteuer ITS.
Neue Leitungen und besserer Schutz vor Starkregen
Mit den Investitionen sollen gleich mehrere Probleme der Wasserversorgung angegangen werden. Alte Trinkwasserleitungen werden erneuert, Wasserverluste durch undichte Netze sollen reduziert und zusätzliche Reserven geschaffen werden.
Gleichzeitig investieren die Gemeinden in die Ableitung von Regenwasser. Gerade bei den für Mallorca typischen heftigen Starkregenereignissen können große Niederschlagsmengen innerhalb kurzer Zeit zu überfluteten Straßen führen.
Der Govern erklärt deshalb ausdrücklich, dass die Maßnahmen sowohl bei Trockenheit als auch bei intensiven Regenfällen helfen sollen.
2,1 Millionen Euro für Llucmajor und Cala Pi
Der größte Einzelbetrag fließt nach Llucmajor. Rund 2,1 Millionen Euro sind dort vorgesehen.
Unter anderem soll ein Projekt für eine Kanalisation sowie die Erneuerung des Trinkwassernetzes in Cala Pi, Vallgornera und Es Pas de Vallgornera ausgearbeitet werden.
Zusätzlich sollen im eigentlichen Stadtgebiet von Llucmajor rund 2,2 Kilometer Wasserleitungen erneuert werden.
Gerade Cala Pi ist auch touristisch interessant. Der kleine Küstenort und seine markante Bucht gehören zu den bekannten Ausflugszielen im Süden Mallorcas.
Santanyí bekommt 1,65 Millionen Euro
Auch Santanyí erhält einen großen Anteil der Investitionen.
Für rund 1,65 Millionen Euro sollen insgesamt etwa 2,35 Kilometer Trinkwasserleitungen in mehreren Straßen erneuert werden.
Zusätzlich ist in der Carrer Bernat Vidal ein neues, 557 Meter langes Regenwassernetz geplant. Drei Systeme zur nachhaltigen Stadtentwässerung sollen ebenfalls entstehen.
Neuer Wasserspeicher für Ses Salines
In Ses Salines fließen rund 541.000 Euro in einen neuen Trinkwasserspeicher.
Der geplante Behälter soll ein Fassungsvermögen von ungefähr 600 Kubikmetern haben. Dadurch sollen die verfügbaren Wasserreserven erhöht und die Versorgungssicherheit verbessert werden.
Das ist besonders interessant, weil Ses Salines und das zur Gemeinde gehörende Colònia de Sant Jordi zuletzt mit Problemen bei der Trinkwasserqualität zu kämpfen hatten. Wegen stark erhöhter Natriumwerte wurde davor gewarnt, Wasser aus dem öffentlichen Netz zum Trinken oder Kochen zu verwenden.
Das jetzt angekündigte Investitionsprojekt ist allerdings nicht mit einer Aufhebung dieser aktuellen Trinkwasserwarnung gleichzusetzen.
Arbeiten auch in Campos und Felanitx
Campos erhält rund 680.000 Euro. In der Carrer Nord sollen auf einer Länge von 328 Metern unter anderem Trinkwasser-, Abwasser- und Regenwasserleitungen erneuert werden.
In Felanitx sind Investitionen von rund 922.000 Euro vorgesehen. Dort sollen in mehreren Straßen insgesamt mehr als 1,1 Kilometer Leitungsnetze für Trinkwasser, Abwasser und Regenwasser modernisiert werden.
Ziel ist auch dort, Wasserverluste zu reduzieren und bei Starkregen für eine bessere Ableitung des Wassers zu sorgen.
Touristensteuer finanziert die Projekte
Die insgesamt exakt 5.900.502,01 Euro stammen aus Mitteln des Impuesto de Turismo Sostenible – der balearischen Touristensteuer.
Damit fließt ein Teil des Geldes, das unter anderem Mallorca-Urlauber über ihre Unterkünfte bezahlen, unmittelbar in die Infrastruktur der Insel.
Der Govern sieht die Wasserversorgung dabei als einen strategisch besonders wichtigen Bereich an. Die neuen Projekte sollen die betroffenen Gemeinden widerstandsfähiger gegen zwei Probleme machen, mit denen Mallorca zunehmend umgehen muss: längere Trockenperioden und intensive Starkregenereignisse.
