Mallorca verschärft den Kampf gegen illegale Ferienvermietungen deutlich. Allein zwischen Januar und Juli 2026 hat der Consell de Mallorca 146 Sanktionsverfahren wegen illegaler touristischer Angebote eingeleitet. Die dabei vorgeschlagenen Bußgelder summieren sich auf mehr als 4,37 Millionen Euro.
Damit wurden innerhalb von nur sieben Monaten bereits 42 Verfahren mehr eröffnet als im gesamten Jahr 2025. Damals waren es 104. Das entspricht nach Angaben des Consell einer Steigerung von rund 40 Prozent.
Bußgelder können bis zu 500.000 Euro erreichen
Von den bislang eingeleiteten Verfahren wurden 61 bereits abgeschlossen. 36 davon betreffen als sehr schwer eingestufte Verstöße, weitere 25 schwere Verstöße.
Die tatsächlich verhängten Sanktionen aus diesen abgeschlossenen Verfahren summieren sich bereits auf mehr als 2,1 Millionen Euro.
Die inzwischen geltenden strengeren Vorschriften sehen bei besonders schweren Verstößen gegen die Regeln zur touristischen Vermietung Bußgelder zwischen 50.000 und 500.000 Euro vor.
Illegale Angebote sollen schneller verschwinden
Mallorca setzt inzwischen aber nicht mehr ausschließlich auf hohe Geldstrafen. Seit Anfang 2026 kommt zusätzlich das sogenannte DIA-Verfahren – „Declaración de Ilegalidad de la Actividad“ – zum Einsatz.
Dabei kann die Verwaltung eine touristische Vermietung für illegal erklären und die Einstellung der Tätigkeit anordnen.
Bis Juli wurden 60 solcher DIA-Verfahren eingeleitet. 54 davon waren bereits abgeschlossen – jeweils mit einer Anordnung zur Einstellung der illegalen Tätigkeit.
Das DIA-Verfahren kann parallel zu einem normalen Sanktionsverfahren laufen. Ein Vermieter kann deshalb sowohl zur Einstellung der Ferienvermietung verpflichtet als auch mit einem Bußgeld belegt werden.
Anzeigen müssen von Buchungsplattformen verschwinden
Für Mallorca-Urlauber ist insbesondere das Vorgehen gegen Angebote auf Buchungsplattformen interessant.
Wird eine illegal angebotene Ferienunterkunft entdeckt, muss der betreffende Anbieter die Vermietung einstellen und entsprechende Anzeigen von den Plattformen entfernen.
Geschieht dies nicht innerhalb der vorgegebenen Frist, können weitere Zwangsmaßnahmen und Geldbußen folgen. Bei fortgesetzten Verstößen kann der Fall schließlich an die Staatsanwaltschaft weitergegeben werden.
Mehr als 1.500 Kontrollen bis Juli
Parallel dazu hat Mallorca die Kontrollen deutlich ausgeweitet. Bis Ende Juli wurden nach Angaben des Consell bereits 1.546 Inspektionseinsätze im Zusammenhang mit dem Kampf gegen illegale touristische Angebote durchgeführt.
Während der touristischen Hauptsaison läuft außerdem erneut eine verstärkte Kontrollkampagne. Sie dauert vom 15. Mai bis zum 15. November.
Kontrolliert werden neben Ferienwohnungen unter anderem Überbelegungen sowie weitere Verstöße gegen touristische Vorschriften.
Was bedeutet das für Mallorca-Urlauber?
Wer eine Ferienwohnung oder ein Ferienhaus auf Mallorca bucht, sollte darauf achten, dass die Unterkunft legal touristisch vermietet wird.
Die verschärften Kontrollen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass nicht genehmigte Angebote von Buchungsplattformen verschwinden oder deren Vermietung kurzfristig untersagt wird.
Besonders bei Buchungen außerhalb großer Vermittlungsplattformen empfiehlt es sich deshalb, auf die angegebenen Registrierungs- und Genehmigungsdaten der Unterkunft zu achten und bei Zweifeln vor der Buchung nachzufragen.
